Projekt DoppelPAK gestartet
Wiederverwendung pulverförmiger Aktivkohle

27.03.2023 In einigen Regionen Nordrhein-Westfalens werden Grundwasserressourcen knapp, sodass betroffene Wasserversorger zukünftig vermehrt angereichertes Grundwasser als Rohwasserquelle nutzen müssen. Nun soll nun untersucht werden, ob die bei der Trinkwasseraufbereitung eingesetzte PAK bei der weitergehenden Abwasserreinigung erneut genutzt werden kann.

Zur Grundwasseranreicherung verwendetes Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal wird vor Infiltration mit dem Hybridprozess Flockung/Pulveraktivkohle (PAK)/Ultrafiltration gereinigt. Die Spülschlämme, die dabei anfallen, enthalten hauptsächlich PAK mit hoher Restkapazität, um Mikroverunreinigungen aufzunehmen.
© Foto: Andritschke
Zur Grundwasseranreicherung verwendetes Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal wird vor Infiltration mit dem Hybridprozess Flockung/Pulveraktivkohle (PAK)/Ultrafiltration gereinigt. Die Spülschlämme, die dabei anfallen, enthalten hauptsächlich PAK mit hoher Restkapazität, um Mikroverunreinigungen aufzunehmen.

Im Projekt DoppelPAK soll untersucht werden, ob die bei der Trinkwasser-aufbereitung eingesetzte Pulveraktivkohle (PAK) bei der weitergehenden Abwasserreinigung erneut eingesetzt werden kann, um das noch ungenutzte Aufnahmevermögen für Mikroschadstoffe auszunutzen. Kläranlagen-betreiber werden diesen Nutzungsweg aber nur dann in Betracht ziehen, wenn einerseits die Wirksamkeit von vorbelasteter PAK nachgewiesen ist und andererseits ein wirtschaftliches und nachhaltiges Konzept dafür vorliegt. Dieses muss die notwendigen Arbeitsschritte der Schlamment-wässerung, Zwischenlagerung und Förderung/Dosierung der PAK-Schlämme sowie ggf. Laboranalysen beinhalten sowie die Wirtschaftlichkeit darstellen. Geeignete Technologien dafür sollen in DoppelPAK entwickelt werden.

Das IWW Zentrum Wasser untersucht gemeinsam mit dem Lippeverband, den Hydro-Ingenieuren, der Energie und Wasserversorgung Rheine und den Stadtnetzen Münster, ob und wie die PAK bei der weitergehenden Abwasserreinigung erneut eingesetzt werden kann.

Hintergrund

Pulveraktivkohle (PAK) ist als Aufbereitungsstoff in der Aufbereitungs-technik sowohl für Trinkwasser als auch für Abwasser etabliert und hoch wirksam zur adsorptiven Minderung organischer Spurenstoffkonzentra-tionen. Sie ist hochpreisig und ihr Einsatz stellt i. d. R. einen maßgeblichen Anteil der Betriebskosten der Verfahren beider Wassersparten (Kläranlage mit 4. Reinigungsstufe) dar. Zudem weist PAK einen hohen Carbon Footprint (Treibhausgasemissionen) auf und ihr Rohstoff stellt i. d. R. eine fossile Ressource dar. All diese Faktoren bieten Anlass, die Leistungsfähigkeit dieses Aufbereitungsstoffes im Sinne der Umweltverträglichkeit best-möglich auszunutzen und alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um deren Verbrauchsmenge zu reduzieren.

Das IWW Zentrum Wasser übernimmt die inhaltliche Führung und Verant-wortung für das Vorhaben und ist für alle versuchs- und labortechnischen Untersuchungen sowie die Dokumentation bzw. Berichterstellung verant-wortlich. Weiterhin übernimmt IWW federführend die Entwicklung des Logistik-Konzeptes und die ganzheitliche Bewertung.

Das Projekt läuft über einen Zeitraum von 18 Monaten und wird vom MUNV gefördert.

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