Trinkwasser
Erneuerung der Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk Sindelfingen

10.03.2020 Anlagen der Trinkwasseraufbereitung wurden in Sindelfingen grundlegend erneuert. Neue Einschichtfilter wurden mit leistungsfähigen Be- und Entlüftungsventilen kombiniert.

Bild1 Das Wasserwerk Sindelfingen im Modell
© Foto: Erhard
Bild1 Das Wasserwerk Sindelfingen im Modell
Die Stadtwerke Sindelfingen GmbH speisen jährlich für ca. 60.000 Einwohner und alle Industriebetriebe rund 4,5 Mio. m³ Wasser in ihr Netz. Trotz der relativ großen Härte des verwendeten Grundwassers kann in der Aufbereitung auf eine Enthärtung verzichtet werden:

Das aus 120 m Tiefe hochgepumpte Wasser wird mit Bodenseewasser vermischt und erreicht damit eine verbraucherfreundliche Wasserhärte. Ziel der Aufbereitung ist es, die nach starken Regenfällen und Schneeschmelzen in seltenen Fällen auftretenden Eintrübungen (mineralische und organische Trübstoffe) abzufiltrieren und andere Beeinträchtigungen von außen auszuschließen.

Modernisierung für die Zukunft

Nach ihrer Unternehmensphilosophie „Global denken – lokal handeln“ sind ökologische Überlegungen wichtiger Bestandteil des Strategiekonzepts der Stadtwerke Sindelfingen GmbH. Eine dieser ökologischen Überlegungen bezog sich auf das Wasserwerk Sindelfingen: Nach seiner Errichtung im Jahr 1977 war es in die Jahre gekommen und bedurfte einer grundlegenden Erneuerung. Unter der Leitung von Dipl.-Ing. Carolin Bormann und Wassermeister Michael Suffner wurden drei verschiedene Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung erneuert und/oder optimiert.
Bild 2 Be- und Entlüftungsventil Twin-Air © Foto: Erhard
Bild 2 Be- und Entlüftungsventil Twin-Air


Erhard Twin-Air Be- und Entlüftungsventil

So erfolgt z.   B. die Filtration nun nicht mehr in Mehrschichtfiltern, sondern in Einschichtfiltern. Der Korrosionsschutz der Behälter wurde erneuert sowie die meisten der hier benötigten und eingebauten neuen Armaturen von der Erhard GmbH & Co. KG bezogen. Auf den neuen Einschichtfiltern, die mit Quarzsand bzw. mit Aktivkohle bestückt sind, arbeiten nun die Be- und Entlüftungsventile Twin-Air, die z.   B. bei Luftspülung knapp 100 m³/h Luft sicher und geschützt ableiten.

Dank des großen Querschnitts und der sehr hohen Be- und Entlüftungsgeschwindigkeiten eignet sich das Twin-Air Be- und Entlüftungsventil perfekt für den Einsatz in größeren Rohrnetzen und gewährleistet zu jedem Zeitpunkt eine sichere und automatische Be- und Entlüftung der Rohrleitung beim Befüllen, bei der Betriebsentlüftung und beim Entleerungsvorgang. Trotz der hohen Leistung ist die Bauweise kompakt und platzsparend. Das Ventil verfügt über zwei Düsen.

Bei der Füllung einer Rohrleitung kann die Luft zunächst über die große Düse ausströmen, was eine hohe Entlüftungsleistung bedeutet. Erreicht der Wasserstand den Schwimmpunkt der beiden Kugeln, werden die Düsen verschlossen. Sammelt sich hingegen während des laufenden Betriebes Luft an, fällt nur die Schwimmerkugel der kleinen Düse nach unten und gibt damit das kleine Ventil frei, bis die Luftmenge ausgeströmt ist. Bei jedem Schaltvorgang wird die kleine Düse durch eine patentierte Reinigungsvorrichtung gesäubert.
Bild 3 Doppelexzentrische Klappe Roco Wave © Foto: Erhard
Bild 3 Doppelexzentrische Klappe Roco Wave

Bild 4 Pass- und Ausbaustück Pas10 © Foto: Erhard
Bild 4 Pass- und Ausbaustück Pas10


Doppelexzentrische Absperrklappen, Pass- und Ausbaustücke

Eine große Anzahl doppelexzentrischer Klappen Erhard Roco wave der Nennweite DN 100 bis DN 300, Druckstufe PN 16, mit Schubkurbelantrieb und mit aufgebautem E-Antrieb bzw. mit Handrad, größtenteils mit entsprechenden Pass- und Ausbaustücken (Erhard Pas10), wurde ebenfalls eingebaut.

Die strömungsoptimierten Klappenscheiben und Gehäuseinnenkonturen sorgen in jeder Größe für Stabilität und zugleich höchste Wirtschaftlichkeit. Das Schubkurbelgetriebe passt optimal zur Drehmomentkurve der Klappenscheibe und reduziert so zuverlässig Druckstöße; die Polygon-Steckverbindung überträgt Antriebskräfte zuverlässig ohne Spiel und Flattern. Hochwertige Beschichtungen in EKB und Email sowie eine breite Palette von Sonderbeschichtungen stehen für einen dauerhaften Schutz.
Bild 5 Behälter Einschichtfilter mit aufgebautem Twin-Air Be- und Entlüftungsventil © Foto: Erhard
Bild 5 Behälter Einschichtfilter mit aufgebautem Twin-Air Be- und Entlüftungsventil

Bild 6 Be- und Entlüftungsventil Twin-Air © Foto: Erhard
Bild 6 Be- und Entlüftungsventil Twin-Air


Die Absperrklappen mit dem geschützten Wave Design sorgen für optimale Energieeffizienz und somit für eine signifikante Energieeinsparung.

Das Erhard Pas10 ist mit zwei Flanschen und einem Andruckring ausgestattet. Das Design bietet eine optimale Kontrolle der Dichtungswirkung. Diese Konstruktion ermöglicht eine Reduzierung der Zahl der Gewindestangen, da diese nur eine Verspannungsfunktion haben. Das Erhard Pas10 ist mit 25  % Gewindestangen für die Druckstufen PN 10 und PN 16 und mit 50  % Gewindestangen für die Druckstufen PN 25 und PN 40 ausgestattet.
Bild 7 Pass- und Ausbaustück Pas10, Absperrklappen Erhard Roco wave mit aufgebautem E-Antrieb © Foto: Erhard
Bild 7 Pass- und Ausbaustück Pas10, Absperrklappen Erhard Roco wave mit aufgebautem E-Antrieb

Bild 8 Multamedschieber © Foto: Erhard
Bild 8 Multamedschieber


Weich dichtende Multamedschieber

In die unterschiedlichsten Zu- und Ablaufleitungen wurden weich dichtende Erhard-Multamedschieber neu eingesetzt. Die Bauform dieser Generation bietet heute einen entscheidenden Pluspunkt: Nach dem Öffnen befindet sich der Keil vollkommen außerhalb des Durchgangs und bietet dem Medienstrom kein Hindernis.

Weitere Pluspunkte sind:

  • das gesteckte Spindellager mit Bayonettverschluss, das eine nahtlose Beschichtung der Haube für einen lückenlosen Korrosionsschutz ermöglicht
  • die wartungsfreie und mediumfreie Abdichtung des Spindellagers mit O-Ringen
  • die Spindel mit gerolltem Gewinde wirkt Ablagerungen entgegen
  • die neuartige Schmutzkappe mit integrierten Dichtlippen als sichere Abdichtung gegen Staub und Feuchtigkeit
  • ein optimaler Korrosionsschutz durch EKB nach GSK oder emailliert.

Die Stadtwerke Sindelfingen hatten bereits im Vorfeld des Projektes gute Erfahrungen mit Erhard-Armaturen hinsichtlich Service, Zuverlässigkeit, Wartung und nicht zuletzt Kosten gemacht.

Matthias Müller; Boris Vaihinger, Erhard GmbH & Co. KG
www.talis-group.com



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