BMWi
Dezentrale Klärschlamm-Verwertung

29.03.2019 Die Entwicklung eines Wirbelschichtofens mit einer maximalen Verbrennungsenergie von 1 MW für die regionale Verwertung von Klärschlamm ist eines der 200 zukunftsträchtigen Projekte, die auf dem Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) am 9. Mai in Berlin vorgestellt werden.

Installierter Wirbelschichtofen zur Verwertung von Klärschlamm
© Foto: H. R. Heinicke GmbH
Installierter Wirbelschichtofen zur Verwertung von Klärschlamm

Auf dieser Ideen-Bühne präsentieren insgesamt 300 kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungsinstitute aus dem gesamten Bundesgebiet und dem diesjährigen Gastland Österreich ihre Neuheiten an Produkten, Verfahren und Dienstleistungen. Mehrheitlich entstanden sie mit Hilfe einer Projektförderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi. Von den Zuwendungen profitieren Projekte aus allen Technologiegebieten, darunter zahleiche aus dem Wasser- und Abwasserbereich.

Lösungen für kleine Verbände

Für ihren Wirbelschichtofen sieht die H. R. Heinicke GmbH aus Verden (Niedersachsen) kleine Abwasserzweckverbände und kommunale Betreiber von Kläranlagen als Anwender. Nach Ein­führung der strengeren Schadstoffgrenzen der Düngemittel­verordnung wird der Einsatz von Klärschlamm aus der kommunalen Abwasserreinigung in der Landwirtschaft eingeschränkt. So erlangt seine thermische Verwertung größere Bedeutung. Bisher wird der Klärschlamm in Wirbelschichtöfen zentraler Groß­anlagen mit einer Verbrennungsenergie von 5 MW und mehr ver­wertet, wobei sich Transportwege von bis zu 300 km ergeben, die nun teilweise entfallen können. Der in einem einzel­betrieb­­lichen ZIM-Projekt entwickelte Ofen kann unabhängig von chemischer Zusammensetzung, Feuchtegehalt, Brennwert und Menge des Schlamms das ganze Jahr über betrieben werden. Dabei liefert er kontinuierlich Energie für die vorgeschaltete Schlamm-Behandlung.

Aufbereitung von Industrieabwasser

Der unmittelbaren Aufbereitung von Abwässern hat sich die Reinhold Wesselmann GmbH aus Lastrup-Nieholte (Niedersachsen) verschrieben. Sie entwickelte, ebenfalls in einem ZIM-Einzel­projekt, ein oszillierendes Filtersystem, das die Entstehung einer Deckschicht auf der als Sieb fungierenden Membran verhindert, indem es diese mit einer hohen Frequenz in Schwingungen versetzt. Der Vorteil dieses neuartigen Systems, das in der Gas-, Öl-, Textil- und Papierindustrie eingesetzt werden kann, liegt in der deutlichen Reduzierung des Energie­einsatzes um 50 bis 80 Prozent, einer besseren Filtrations­leistung und einer längeren Betriebszeit mit weniger Reini­gungszyklen. Dadurch kann unnötiger Stillstand vermieden werden.

www.bmwi.de

stats