Städtische Unternehmen steigern erneuerbare Energien im Gasnetz
Mehr Bio-Methan aus Abwasser

27.07.2020 Hamburg Wasser, Hamburg Energie und Gasnetz Hamburg haben am 22. Juli 2020 auf dem Klärwerk Hamburg zwei neue Anlagen für Aufbereitung und Einspeisung von Biogas in Betrieb genommen.

Vor den Behandlungstürmen (von links): Ingo Hannemann (technischer Geschäftsführer Hamburg Wasser), Udo Bottlaender, technischer Geschäftsführer von Gasnetz Hamburg, und Michael Prinz (Geschäftsführer von Hamburg Energie).
© Foto: Ulrich Perrey
Vor den Behandlungstürmen (von links): Ingo Hannemann (technischer Geschäftsführer Hamburg Wasser), Udo Bottlaender, technischer Geschäftsführer von Gasnetz Hamburg, und Michael Prinz (Geschäftsführer von Hamburg Energie).
Die bisherige Aufbereitungskapazität von Hamburg Wasser wird damit um knapp das Dreifache gesteigert. Die maximale Einspeisemenge des erneuerbaren Gases im Hamburger Gasnetz erhöht sich damit auf stündlich bis zu 1.350 Kubikmeter. Davon profitiert die Kundschaft von Hamburg Energie. Der Versorger liefert das CO2-neutrale Gas direkt an die Hamburger Haushalte. Die städtischen Unternehmen leisten mit dem Ausbau einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz. Insgesamt werden durch die Anlagen 12.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart.

Energie aus dem Abwasser der Stadt – das funktioniert in Hamburg seit 60 Jahren. Hamburg Wasser gewinnt aus den Faultürmen des Klärwerks Hamburg mitten im Hamburger Hafen Faulgas. Der Abwasserentsorger setzt dabei ein deutschlandweit einmaliges Konzept um. Das Faulgas wird nicht nur zur elektrischen Eigenversorgung des Klärwerks genutzt; der Überschuss wird für die Einspeisung ins städtische Netz aufbereitet und veredelt. Die erste Gasaufbereitungsanlage (GALA 1) hat Hamburg Wasser bereits 2011 in Betrieb genommen. Während die GALA 1 stündlich 350 Kubikmeter produziert, liefert die neue Anlage, die GALA 2, bis zu 1.000 Kubikmeter pro Stunde zur Einspeisung ins städtische Netz. Gasnetz Hamburg hat dafür eine zweite und deutlich leistungsfähigere Einspeiseanlage gebaut. Die Anlage misst den Energiegehalt des eingehenden Bio-Methans und passt Druck und Brennwert an. So entsteht ein erneuerbares Gas, das in seinen Eigenschaften vollständig den von Erdgas entspricht. Insgesamt bringen die Gasaufbereitungsanlagen so viel Energie ins Netz, dass damit rechnerisch der Heizenergiebedarf von rund 5.700 Haushalten klimaneutral gedeckt werden kann.
 
„Mithilfe des Hamburger Abwassers produzieren wir auf dem Klärwerk Hamburg mehr Energie, als wir benötigen. Mit der GALA 2 nutzen wir das Potential nun noch effektiver aus. Wir steigern die Biogasaufbereitung und leisten so einen Beitrag für die CO2-neutrale Energieversorgung in Hamburg. Ganz nebenbei schließen wir gemeinsam mit unserer Tochter Hamburg Energie und Gasnetz Hamburg den Stoffkreislauf. Er beginnt mit dem Abwasser in den Hamburger Haushalten und endet dort mit der Wärmeversorgung“, sagt Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer von Hamburg Wasser.

Eine klimafreundliche Alternative

Michael Prinz, Geschäftsführer von Hamburg Energie, ergänzt: „In einer Metropole wie Hamburg müssen wir verantwortungsvoll mit unseren knappen Ressourcen umgehen. Damit die Energiewende gelingen kann, braucht es innovative Ideen und deren Umsetzung. Wie das funktioniert zeigt der Ausbau der Gasaufbereitung auf dem Klärwerk: Ein Abfallprodukt wird zum Energielieferanten. Das zahlt direkt auf die Umweltbilanz unserer Gaskundschaft ein. Durch den Anteil des CO2-neutralen Biogases heizen und kochen sie klimafreundlicher.“

Fazit

"Gemeinsam haben wir für Hamburgs Haushalte bereits 2011 eine besonders klimafreundliche Alternative zum Erdgas geschaffen", sagt Udo Bottlaender, technischer Geschäftsführer bei Gasnetz Hamburg. „Der Erfolg des Bio-Methans freut uns sehr – nun steht eine deutlich höhere Menge bereit, die den CO2-Fußabdruck weiter verkleinert.“

www.hamburgwasser.de
www.hamburgenergie.de

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