Baggern ohne Sicht
Ja, wo ist denn der Löffel?

21.04.2022 Für Fallert ersann Makineo als Spezialist für innovative Systemlösungen einen Prototypen:  Er hängt am Berg wie eine Spinne an der Wand: der Schreitbagger des Schwarzwälder Unternehmens Fallert, das auf Erd- und Wegebau spezialisiert ist.

Übersicht, ach wenn es nicht übersichtlich ist:Mkineo
© Foto: Makineo
Übersicht, ach wenn es nicht übersichtlich ist:Mkineo

Die Aufgabe: Eine Grube soll ausgehoben werden. In extremer Hanglage. Der Bagger gräbt sich stetig von oben nach unten, auf seinen Zielpunkt zu. Die Sicht ist für den Maschinisten in dem schwer zugänglichen Gelände eingeschränkt. Kein Vermesser ist mit seinem Equipment an der Baugrube unterwegs. Keine Kollegen stehen unten am Hang, in der Gefahrenzone des Baggers, und zeigen an, wo und wie weit gebaggert werden muss. Trotzdem weiß der Maschinist genau, wo er den Löffel ansetzt. Er erreicht seinen Zielpunkt, die Böschung wurde während des Abgrabens eingehalten. Mission erfüllt.

Das Ganze funktioniert nur so reibungslos dank der von Makineo aufgebauten Maschinensteuerung. „Ein mathematischer Katastrophenfall“, erinnert sich Jan Hakert, Geschäftsführer bei Makineo. Der Bagger hat einen teleskopierbaren Stiel und damit keine festen Längen zwischen den normal fest definierten Sensorpunkten am Löffel. Diese weitere Bewegungsmöglichkeit erfordert eine innovative, individuelle Lösung zur Steuerung. Die Lösung: Die Experten von Makineo kombinierten die Steuerfunktionen von Bagger und Bohrgerät. „Das hat auf Anhieb funktioniert!“ fügt Fallert vergnügt hinzu.

Bei Arbeiten an extremen Hanglagen, in unwegsamen Gebieten und selbst im Gebirgsbach ist der Schreitbagger der Partner, mit dem man selbst ohne Sicht präzise arbeitet. „Mit der Maschinensteuerung weiß der Schreitbagger immer, wo er ist, das ist der größte Vorteil für uns“, bestätigt Fallert. Das 3D-Baggersystem Leica Icon iXE3 greift auf 3D-Geländemodelle und GNSS-Technologie zurück. Damit „sieht“ der Löffel, wo das zu modellierende Gelände verläuft, selbst wenn der Maschinist keine direkte Sicht hat. „In der Praxis spart das wirklich viel Arbeit“, erklärt Sven Fallert. „Beispielsweise haben wir für einen Kunden eine stark bewachsene Bestandsfläche gerodet. Da wir zuvor die Grenzen des Flurstücks eingelesen hatten, wurde bereits beim ersten Durchgang der vordefinierte Bereich mit dem Anbaumulcher bearbeitet – und auch nur dieser!“ Mehrmals pro Jahr übernimmt das Team auch Arbeiten über die Region hinaus, z.B. in die hessischen Weinregionen.

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