Harzwasserwerke
Talsperren nur zur Hälfte gefüllt

19.02.2020 Zu Beginn des Jahres 2020 liegen die Füllstände der Westharz-Talsperren deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 72 %. Nach zu trockenen Wintermonaten sind die Talsperren nur zu 55 % gefüllt und beinhalten 20 Millionen Kubikmeter Wasser weniger als im Vorjahr.

Im Harz ist die Situation bei der Wasserversorgung aufgrund von zu trockenen Wintermonaten recht angespannt.
© Foto: Harzwasserwerke
Im Harz ist die Situation bei der Wasserversorgung aufgrund von zu trockenen Wintermonaten recht angespannt.

Bleiben die Niederschläge im Harz weiter aus, werden an den Talsperren Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um die Versorgungssicherheit auch im Fall eines erneut trockenen Sommers zu gewährleisten.

Geringe Niederschlagsmengen

„Die allgemeine Trockenheit hält im Harz weiter an. Besonders der Regen aus dem Vorjahr und der Schnee fehlen aktuell in den Talsperren“, sagt Dr. Christoph Donner, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke. Anders als im Vorjahr, als zum gleichen Zeitpunkt starke Regenfälle den Negativtrend deutlich stoppten, ist der Niederschlag im Einzugsgebiet der Talsperren fortlaufend zu gering. Der November und Dezember lieferte nur unterdurchschnittlichen Regen, dazu bringt der warme Januar bislang ebenfalls kaum abflusswirksamen Niederschlag für die Talsperren mit sich. Auch Schnee, der dann in Form von Schmelzwasser in die Talsperre fließen könnte, ist aktuell nicht zu verzeichnen. Die Schneelage oberhalb von zirka 700 Metern Höhe bewegt sich in einer Größenordnung von 0 bis 10 Zentimetern.

Angespannte Situation an den Talsperren

In allen drei Trinkwassertalsperren der Harzwasserwerke (Grane-, Ecker- und Sösetalsperre) befinden sich aktuell 52 Millionen Kubikmeter Wasser. Der langjährige Durchschnitt beträgt zu diesem Zeitpunkt 65 Millionen Kubikmeter. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich hier ebenfalls ein Defizit von rund 5 Millionen Kubikmeter. „Die Versorgungssicherheit ist weiter gesichert, dennoch ist die Situation insgesamt angespannt. Wenn man es mit einer Ampel vergleicht, stehen wir bei Gelb“, erklärt Dr. Donner.

In welche Richtung die Ampel springt, hängt in erster Linie vom Niederschlag ab. Kommt es in den nächsten Wochen zu vielen regenreichen Tagen oder zu einem Starkregenereignis, kann die Trinkwasserversorgung bei „Grün“ und im Normalbetrieb fortgesetzt werden. Sollte die Trockenheit jedoch langfristig weiter anhalten, werden an den Talsperren Maßnahmen zum Schutz der Versorgungssicherheit eingeleitet.

Maßnahme-Szenarien

Kurzfristig kann in Abstimmung mit der Talsperrenaufsicht, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), die Niedrigwasseraufhöhung reduziert werden. Die Unterwasserabgabe an den Talsperren versorgt den Unterlauf des Flusses konstant mit Wasser und schützt damit das aquatische Ökosystem und den Fluss vor Austrocknung. Auch angrenzende Industriestandorte oder Kläranlagen erhalten so benötigtes Wasser für Kühl- und Arbeitsprozesse.

Eine weitere Maßnahme zur Sicherung der Trinkwasserversorgung ist die Steuerung der Talsperren im Verbundsystem. Durch Stollen und Gräben kann Wasser umverteilt werden, um so einzelne Talsperren zu entlasten oder zu unterstützen. Ähnliche Maßnahmen wurden bereits im Dürre-Jahr 2018 getroffen.

www.harzwasserwerke.de
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