MLUK Brandenburg
Unterstützung für Gemeinden bei der Wasserversorgung

24.03.2021 Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge, und die – die märkischen Landschaften prägenden – Gewässer sind für Naherholung und Tourismus von großer Bedeutung.

Sensibler Wasserhaushalt: Schwindende Abflüsse in Fließgewässern und sinkende Pegelstände an Seen und Grundwasser waren in den letzten Jahren typisch für Brandenburg.
© Foto: Andritschke
Sensibler Wasserhaushalt: Schwindende Abflüsse in Fließgewässern und sinkende Pegelstände an Seen und Grundwasser waren in den letzten Jahren typisch für Brandenburg.

Die Verfügbarkeit von Wasser ist aber auch unabdingbar für die wirtschaftliche Entwicklung und das Wachstum der Gemeinden in der Metropolenregion. „Es ist gut, dass es in diesem Spannungsfeld jetzt eine gesellschaftliche Debatte gibt, die aus unterschiedlichsten Perspektiven den Wert des Wassers und Wasser als limitierenden Faktor für Wachstum und Entwicklung thematisiert“, sagt Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz.

Wassermenge und Wasserqualität in Brandenburg

Das Land Brandenburg verfügt aktuell über ausreichende Grundwasservorkommen zur Trinkwassergewinnung und Versorgung von Gewerbe und Industrie. Das gilt sowohl für die Wassermenge als auch in puncto Wasserqualität. Das Trinkwasser in Brandenburg wird zu zirka 90 % aus Grundwasser gewonnen. Im Jahr 2016 verbrauchten die Brandenburger 111,4 Liter Trinkwasser pro Einwohner und Tag. Das sind 12 Liter weniger als im Bundesdurchschnitt.

Nach drei Dürrejahren in Brandenburg ist der Klimawandel deutlich spürbar: Bäche fallen trocken, Seewasserspielgel sinken, Moore und Feuchtgebiete gehen verloren. In den sommerlichen Trockenperioden wächst der Bedarf der Landwirtschaft nach Wasser zur Bewässerung ihrer Kulturen – ebenso in städtischen Grünflächen, Kleingärten oder Eigenheimen. Gleichzeitig zieht die Metropolenregion Berlin-Brandenburg Industrie und Gewerbe an sowie immer mehr Menschen, die dort leben und arbeiten möchten.

Übergreifende regionale Lösungen gefragt

„Eine geplante Großansiedlung wie Tesla zeigt, dass sich die damit verbundenen Herausforderungen durch eine Kommune oder ihren Zweckverband alleine kaum bewältigen lassen, sondern übergreifende regionale Lösungen gefragt sind. Deshalb hat unser Ministerium im Sommer 2020 die Arbeitsgruppe Wasserperspektiven östliches Berliner Umland ins Leben gerufen. Nur wenn wir Wasserprobleme aus dem Blickwinkel einer ganzen Region angehen, lassen sich die vielschichtigen Interessen und Nutzungsansprüche an das Wasser miteinander verhandeln und ausgleichen.“, so Umweltminister Axel Vogel.

Das Umweltministerium entwickelt einen Planungsrahmen, der auch unter den sich verändernden Bedingungen eine nachhaltige und generationengerechte Entwicklung ermöglicht. Zur Umsetzung des Landesniedrigwasserkonzepts werden die verfügbaren Grundwasserressourcen neu bewertet und die Ergebnisse den Wasserbehörden als Bewirtschaftungsgrundlage zur Verfügung gestellt. Hierbei gilt, dass lediglich ein Teil des jährlich neu gebildeten Grundwassers für die Nutzung zugelassen wird. Künftig wird von dieser Grundwasserneubildungsrate ein weiterer Mengenanteil als zusätzliche Sicherheitsreserve („Klimaabschlag“) zurückgehalten. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die nachhaltige Nutzung der Grundwasservorräte und zugleich auch der Schlüssel für den Schutz der Gewässer und grundwasserabhängigen Landökosysteme. Bei der Umsetzung des Leitbilds „Zukunftsfähige Siedlungswasserwirtschaft“ mit Strukturanpassungen bei der Trinkwasserversorgung wird die Landesregierung Gemeinden und kommunalen Aufgabenträger auch finanziell unterstützen.

 

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