Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband
Verdopplung von Pflichtabgabe führt zu höherem Wasserpreis

15.12.2020 Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) passt seinen Trinkwasserpreis an. Dieser steigt zum 1. Februar 2021 von derzeit 0,90 Euro auf dann 0,98 Euro je 1.000 Liter. Die Entscheidung traf die Verbandsversammlung heute mehrheitlich in virtueller Sitzung. Grund für die Anpassung ist die von der niedersächsischen Landesregierung beschlossene Verdopplung einer Pflichtabgabe für die Grundwassernutzung.

OOWV-Verbandsversammlung: Geschäftsführer Karsten Specht (l.) und Verbandsvorsteher Sven Ambrosy.
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OOWV-Verbandsversammlung: Geschäftsführer Karsten Specht (l.) und Verbandsvorsteher Sven Ambrosy.
Der OOWV versorgt mit seinen 15 Wasserwerken rund eine Million Menschen im Nordwesten. Der Verband fördert ausschließlich Grundwasser aus Tiefen von bis zu 160 Metern, um es zu Trinkwasser aufzu¬bereiten. Hierfür erhebt das Land seit 1992 eine Wasserentnahmegebühr. Statt bisher 6,5 Millionen Euro muss der OOWV nun 13 Millionen Euro jährlich an das Land abführen. Die Mittel sollen der Umsetzung von Maßnahmen für einen besseren Natur-, Arten- und Gewässerschutz dienen. Zu diesem Zweck hat das Land unter dem Titel „Niedersächsischer Weg“ ein Abkommen mit Landwirtschafts- und Natur¬schutzverbänden geschlossen.

Kritik kam vom  Wasserverbandstagung

„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Durch kluges Handeln ist es uns fast drei Jahrzehnte lang gelungen, den Wasserpreis auf einem im Bundesvergleich sehr niedrigen Niveau stabil zu halten. Bei diesen Größenordnungen haben wir leider keine Möglichkeit, die Mehrbelastung anderweitig aufzufangen“, bedauerte Verbandsvorsteher Sven Ambrosy. Geschäftsführer Karsten Specht ergänzte: „Wir begrüßen, dass der Natur- und Umweltschutz einen höheren Stellenwert bekommt. Wir halten es jedoch nach wie vor für ungerecht, vor allem die Trinkwasserkunden zur Kostendeckung heranzuziehen. Wir schließen uns daher der Kritik des Wasserverbandstags an diesem Vorgehen an.“

Arbeit im Krisenmodus

Der OOWV wird auch künftig zu den günstigsten Wasserversorgern zählen. In diesem Zusammenhang lobte Verbandsvorsteher Sven Ambrosy die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Pandemie. Sie befinden sich seit dem Frühjahr im Krisenmodus. Ein Krisenstab koordiniert Maßnahmen und sichert beispielsweise den Nachschub von Material, das Wasserwerke, Kläranlagen und Betriebsstellen dringend benötigen. „Der Wert der Daseinsvorsorge zeigt sich in dieser Krise. Niemand muss sich Sorgen um die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung machen. Das ist in diesen schwierigen Zeiten, in denen es um gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalt geht, eine unschätzbar wichtige Grundlage“, so Ambrosy. Ebenso wie in anderen Bereichen der Daseinsvorsorge würden verschärfte Regeln, die der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit dienen, nicht spurlos an den Menschen vorbeigehen. „Abstandsregeln, Schichtdienste, Videokonferenzen statt persönlicher Kontakte und Einschränkungen – das alles macht etwas mit den Menschen. Es ist richtig, den Mitarbeitenden Respekt und Anerkennung fürs Durchhalten zu zollen und Danke zu sagen“, so Ambrosy.

www.oowv.de
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