VWB und LVBW
Plädoyer für regionale Stromerzeugung

22.03.2021 Die Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern (VWB) und der Landesverband Bayerischer Wasserkraftwerke (LVBW) weisen Schuldzuweisungen von Umwelt- und Wassersportverbänden zurück und laden zum Gespräch ein.

Kleine Wasserkraftanlagen erzeugen dezentral, nachhaltig und CO2-neutral Strom.
© Foto: VWB
Kleine Wasserkraftanlagen erzeugen dezentral, nachhaltig und CO2-neutral Strom.

Mit dem Positionspapier „Acht Mythen zur Kleinwasserkraft“ haben der WWF, der BUND Naturschutz in Bayern, der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), der Landesfischereiverband Bayern sowie der Bayerische Kanu-Verband Kritik an der kleinen Wasserkraft geübt. Fritz Schweiger, Vorsitzender der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern (VWB) e.V., reagiert auf dieses Positionspapier: „Es wird der Eindruck vermittelt, dass neue Wasserkraftanlagen wie Pilze aus dem Boden schießen. Dabei gab es so gut wie keine Neubauten in den vergangenen Jahrzehnten. Und wir haben auch nicht vor, neue Anlagen in unberührten Gewässern zu bauen.“ Vielmehr hätten die Anlagenbetreiber in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass sowohl die Durchgängigkeit für Fische als auch die Umgebungsbedingungen verbessert wurden.

Wenn die Umwelt- und Wassersportverbände zudem die mangelhafte Durchgängigkeit an bestehenden Querbauwerken beklagten, so solle bedacht werden, dass rund 90 % davon im staatlichen Eigentum sind und es dort keine Wasserkraftanlagen gibt. „Davon weichen wir allerdings nicht ab: Es ist sinnvoll, bereits bestehende Querbauwerke, die zum Beispiel zur Sohlstabilisierung und für den Hochwasserschutz errichtet wurden, noch zusätzlich für die erneuerbare und ökologisch verträgliche Stromerzeugung zu nutzen“, betont Schweiger. Jede Kilowattstunde, die mit Wasserkraft produziert wird, reduziere klimaschädliche Emissionen.

Heimischer regenerativer Strom

Auch mit Blick auf den 10. Jahrestag von Fukushima halten die VWB der LVBW Forderungen, bestehende Erneuerbare Energien-Anlagen zurückzubauen, für den falschen Weg. „Es ist nicht nachvollziehbar, wenn am Ende des Tages unser Stromverbrauch nur mit Stromimporten aus Atom und Kohle gedeckt werden kann, weil man sich hierzulande gegen einzelne Erneuerbare-Energien-Technologien ausspricht“, sagt Hans-Peter Lang, Vorsitzender des LVBW. „Jede Kilowattstunde, die wir nicht heimisch erzeugen, muss aus Atom- und Kohlekraftwerken importiert werden.“

Ein weiterer Zubau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen sei laut VWB und LVBW nötig, auch Speichertechnologien müssten dringend weiterentwickelt und in die Breite gebracht werden. Bis Speicher auf Wasserstoffbasis, wie sie als eine Lösung genannt werden, allerdings marktfähig sind, werden noch Jahrzehnte vergehen. Dagegen produziert die etablierte Wasserkrafttechnologie heute schon CO2 -freien, qualitativ hochwertigen Strom. „Nach Abschaltung der nuklearen und fossilen Kraftwerke wird die Wasserkraft rund 50 &% der wichtigen stabilen und gesicherten Energieerzeugung in Bayern leisten. Die kleine Wasserkraft hat daran immerhin einen Anteil von rund 10 % und ist damit systemrelevant“, sagt Lang.

Den bayerischen Wasserkraftverbänden liegt es fern, Erneuerbare Energien-Technologien gegeneinander auszuspielen. Das Miteinander sei notwendig, aber selbstverständlich auch Maßnahmen wie höhere Energieeinsparung und mehr Energieeffizienz. „Da sehen wir wichtige Berührungspunkte“, sagt Schweiger mit Bezug auf das Positionspaper.

www.lvbw-wasserkraft.de

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