BDEW
Gestiegener durchschnittlicher Wassergebrauch

14.04.2021 Der durchschnittliche Wassergebrauch in Deutschland im Bereich Haushalte und Kleingewerbe ist im Jahr 2020 nach vorläufigen Schätzungen des BDEW deutlich gestiegen. 129 Liter und damit vier Liter mehr als im Vorjahr gebrauchte jeder Einwohner im Schnitt am Tag.

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Hauptgrund für den sichtbaren Mehrgebrauch der Haushalte seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie, erklärt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser: „Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und ausgefallene Reisen haben dazu geführt, dass die meisten Bürger deutlich mehr Zeit zu Hause verbrachten und dort entsprechend mehr Wasser gebrauchten. Gleichzeit haben gestiegene Hygienebedürfnisse, zum Beispiel häufigeres und längeres Händewaschen zur Vorbeugung vor Infektionen, den Wasserabsatz erhöht.“ Ein trockenes Frühjahr führte zudem dazu, dass der Wassergebrauch für die Gartenbewässerung in dieser Jahresperiode deutlich zugenommen hat.

Anders als bei den Haushalten wurde im Bereich der Kleingewerbe – wie kleineren Geschäften und Dienstleistungen – aufgrund von deren zwischenzeitlichen Schließungen ein Rückgang des Trinkwassergebrauchs verzeichnet. Dieser glich den deutlichen Mehrgebrauch bei den Haushalten jedoch bei weitem nicht aus.

Trotz des Anstiegs im vergangenen Jahr ist der durchschnittliche Wassergebrauch in den vergangenen rund 30 Jahren deutlich gesunken: Im Jahr 2020 lag er rund 12 % niedriger als noch im Jahr 1990, in dem 147 Liter pro Person pro Tag gebraucht wurden. „Ob der Trend beim Wassergebrauch langfristig wieder nach oben geht oder der Anstieg im vergangenen Jahr nur ein coronabedingter Ausreißer war, bleibt abzuwarten“, sagt Weyand.

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