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Förderung von umweltfreundlicher biologischer Kläranlage

08.10.2019 Die Gemeinde Diemelsee wird im Ort Heringshausen (Hessen) eine innovative Abwasserflexibilisierung in einer neuen Kläranlage errichten.

Das Bundesumweltministerium fördert eine besonders umweltfreundliche Kläranlage in Hessen.
© Foto: BMU
Das Bundesumweltministerium fördert eine besonders umweltfreundliche Kläranlage in Hessen.

Diese Abwasserflexibilisierung soll den speziellen Herausforderungen einer stark schwankenden Abwassermenge mit einer neuartigen digitalen Steuerungstechnik begegnen, die besonders umweltfreundlich ist. Durch die Effizienzsteigerung der Abwasserbehandlung, die innovative Belüftung und die Vollautomatisierung der Kläranlage wird eine Einsparung von über 48.000 t CO2 pro Jahr bzw. rund 35 Prozent erwartet.

Extrem schwankende Abwassermenge

Die Gemeinde Diemelsee errichtet eine neue biologische Kläranlage im Ort Heringshausen, die monatlich, bzw. teils täglich, mit einer extrem schwankenden Abwassermenge umgehen muss. Der Grund sind die in den Sommermonaten geschätzten 4.000 Übernachtungsgäste und 1.000 Tagesgäste im 400-Einwohner-Ort. Weitere Herausforderungen ergeben sich aus der Notwendigkeit der Entsorgung von Chemietoiletten aus Wohnmobilen. Große Teile der Gemeinde Diemelsee gehören zum Naturpark, Heringshausen zählt dazu.

Die Kläranlage sowie das zugehörige Kanalnetz werden mit neuester Steuerungstechnik ausgerüstet und mit Niederschlagsprognosen und Tourismusdaten vernetzt. Ein Kernstück des Vorhabens ist ein Ansatz, der eine Art künstliche Intelligenz darstellt, die aus Erfahrungswerten vorangegangener Ereignisse lernt und daraus Verbesserungen ableitet.

Im Vergleich zu anderen Kläranlagen der Größenklasse werden für diese Anlage deutlich strengere Überwachungswerte angelegt, da es sich bei dem so genannten Vorfluter um den Diemelsee handelt und dieser stark touristisch genutzt wird.

Verbesserung der Wasserqualität

Die neue biologische Kläranlage allein wäre in der Lage, diese Werte einzuhalten. Durch die Umsetzung des Pilotprojektes sollen noch anspruchsvollere Ablaufwerte als die gesetzlich Vorgeschriebenen erreicht und damit die Wasserqualität des Diemelsees zusätzlich verbessert werden.

Durch die Effizienzsteigerung der Abwasserbehandlung, die innovative Belüftung und die Vollautomatisierung der Kläranlage wird eine Einsparung von über 48.000 t CO2 pro Jahr bzw. rund 35 Prozent erwartet. Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

http://www.umweltinnovationsprogramm.de/projekte
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