Berliner Wasserbetriebe
VKU-Innovationspreis 2019 erhalten

26.03.2019 Die Berliner Wasserbetriebe und das Kompetenzzentrum Wasser Berlin haben ein Modellwerkzeug entwickelt, mit dem sich die Alterung von Abwasserkanälen simulieren lässt.

Nur ca. 4 Prozent der Berliner Abwasserkanäle sind begehbar (Gesamtlänge 9.700 km)
© Foto: BWB/Joachim Donath
Nur ca. 4 Prozent der Berliner Abwasserkanäle sind begehbar (Gesamtlänge 9.700 km)

Erstmals haben Forscher beider Häuser datenbasierte statistische Verfahren mit künstlicher Intelligenz verbunden. Mit dem Ergebnis lassen sich Investitionen deutlich genauer steuern. Dafür wurden sie nun mit dem renommierten Innovationspreis des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ausgezeichnet.

Kanalalterung: Neues Prognoseinstrument

Jetzt – und das ist neu für die Branche – haben Forscher des Kompetenzzentrums Wasser Berlin und der Berliner Wasser­betriebe aus der Kombination und Weiterentwicklung statis­tischer Modelle mit künstlicher Intelligenz und vielen echten Daten ein Prognoseinstrument für die Kanalalterung entwickelt: SEMA-Berlin. „Mit diesem neuen Tool können wir Investitionen und Instandhaltungen deutlich besser steuern und den Zustand der Kanalisation langfristig erhalten oder gar verbessern“, erklärt Wasserbetriebe-Finanzvorstand Frank Bruckmann, der sich sehr über den am 11. März verliehenen Innovationspreis des VKU freut.

Künstliche Intelligenz im Kanal

SEMA – ein Kürzel aus der englischen Übersetzung von Kanalalterungsmodell für Strategien des Asset-Managements – basiert auf mehr als 140.000 echten Berliner Datensätzen. Gefüttert mit Informationen über den Kanal selbst wie Alter, Material, Gefälle, Abwasser- und Bodentyp, der Verkehrs­belastung, der Nähe zu Bäumen und noch ein paar weiteren Einflussgrößen errechnet es sehr genau, wie sich der Zustand der einzelnen Kanäle im Netz in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird und welche Sanierungslängen erforderlich sind, damit es auch künftig ordentlich funktioniert. Damit geht es deutlich über bisherige statistische Modelle hinaus, die das Netz in seiner Gesamtheit und nicht im Detail betrachten. Hier setzt SEMA-Berlin mit maschinellem Lernen auf. Bei der Vor­hersage auf Haltungsebene (30 bis 50 Meter Kanallänge) er­reicht das Modell schon jetzt etwa 80 % der Genauigkeit einer Kamerainspektion und kann den Zustand sanierungs­bedürf­tiger Haltungen in zwei von drei Fällen richtigrichtig prognos­tizieren.

AUZUKA verbessert Basis für SEMA-Berlin

Dafür wird der SEMA-Berlin-Prototyp jetzt bei den Berliner Wasserbetrieben trainiert. Dabei wird das Modell stetig klüger. Auch deshalb, weil mit dem Forschungsprojekt AUZUKA (Automatische Zustandsanalyse und Klassifikation des Kanalnetzes durch virtuelle Begehung) immer präzisere Daten zur Verfügung stehen.

www.bwb.de

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