Hamburg Wasser
Neue Abwasserautobahn fertiggestellt

24.01.2020 Starke Regenereignisse und Stürme gehören zu den Folgen des Klimawandels. Für große Städte wie Hamburg ist es deshalb eine wesentliche Aufgabe, die Infrastrukturen auf diese Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Jens Kerstan und Nathalie Leroy besichtigen Hamburgs neue Abwasserautobahn.
© Foto: Ulrich Perrey
Jens Kerstan und Nathalie Leroy besichtigen Hamburgs neue Abwasserautobahn.

Erschwert wird die Aufgabe dadurch, dass Hamburg wächst: Grünflächen werden zunehmend bebaut und befestigt. Dadurch kann das Regenwasser nicht mehr versickern, sondern fließt in die Kanalisation. Fällt zu viel Regen in kurzer Zeit, gelangt diese an ihre Grenzen. Überläufe aus dem städtischen Sielnetz in die Kanäle und Flüsse der Stadt können dann die Folge sein. Zum Schutz der Gewässer hat Hamburg Wasser das städtische Sielnetz deshalb gezielt ausgebaut. Mit dem Abschluss des Innenstadt-Entlastungsprogramms beendet Hamburg Wasser seine Gewässerschutzprogramme und verbessert den Schutz des Isbekekkanals erheblich. Allein für das Innenstadt-Entlastungsprogramm hat der Versorger in den letzten zehn Jahren rund 85 Millionen Euro investiert. Mit dem Neubau von 6,2 Kilometer Transport- und Speichersielen entsteht 17.600 Kubikmeter zusätzliches Speichervolumen.

Gewässerschutzprogramme seit den 1990ern

Das Innenstadt-Entlastungsprogramme steht in der Tradition der großen Gewässerschutzprogramme, die Hamburg Wasser seit den 1990er Jahren umgesetzt hat. Das Hamburger Sielnetz wurde dabei gezielt ausgebaut, um Alster, Elbe und Bille besser vor Überläufen aus der Kanalisation zu schützen. Mit dem Innenstadt-Entlastungsprogramm schließt man diese Gewässerschutzprogramme nun ab. Insgesamt wurden 695 Millionen Euro in den Schutz der Hamburger Gewässer investiert und 215.200 m³ zusätzliches Speichervolumen geschaffen.

Der Ausbau der Siele ist nur ein kleiner Baustein beim Regenwassermanagement. Die Entwicklung von Hamburg zur Schwammstadt ist das langfristige Ziel. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, den Regen möglichst gar nicht erst in die Siele zu leiten. Regenwasser soll gespeichert und langsam wieder abgegeben werden. Erreicht werden soll dies durch den Einsatz versickerungsfähiger Materialien, Gründächer, begrünte Fassaden, Mulden und Teiche. Es wird angestrebt, einen möglichst naturnahen Wasserhaushalt zu erreichen. Dabei müssen die Grundstückseigentümer ebenfalls mitziehen.

Gewässer- und Überflutungsschutz

Senator für Umwelt und Energie, Jens Kerstan: „Der Ausbau unserer Sielnetze bedeutet Gewässerschutz und Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor überlaufenden Kellern und Straßen. Die Anpassung an den Klimawandel in einer Großstadt ist hier, ähnlich wie beim Hochwasserschutz, zu besichtigen. Die Klima-Prognosen unterstreichen, dass wir unsere Stadt klug und weitsichtig an die Veränderungen anpassen müssen. Bei diesem Projekt ist das erfolgreich geschehen. Dazu gratuliere ich Hamburg Wasser sehr herzlich.“

Hamburg Wasser Geschäftsführerin, Nathalie Leroy: „Mit dem Abschluss des Innenstadt-Entlastungprogramms haben wir unseren Teil geleistet, um Hamburg mit seiner wachsenden Bevölkerung an den Klimawandel anzupassen. Die Erweiterung und der Werterhalt unseres Sielnetzes sind wesentliche Maßnahmen, um für Überflutungsschutz und saubere Gewässer zu sorgen. Sie allein reichen aber nicht mehr. Künftig möchten wir gemeinsam mit der Stadt erreichen, dass der Regen erst gar nicht in das Sielnetz gelangt, sondern naturnah versickern und verdunsten kann. Städtebauliche Maßnahmen wie die Entsiegelung von Flächen und die Entwicklung von Hamburg zur Schwammstadt (wie z.B. mit Gründächern) sind das langfristige Ziel.“

www.hamburgwasser.de
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