Tsurumi Pumpen
Lieferfähigkeit gesichert

09.04.2020 Corona allerorten: Nicht nur für die Industrie keine einfache Situation. Beim Hersteller von Pumpen für Klar-, Schmutz- und Abwasser Tsurumi ist die Lage allerdings entspannter als anderswo, denn die Japaner verfolgen ein anderes Lieferkonzept.

Pumpenfertigung im japanischen Hauptwerk und riesige Zwischenlager: Tsurumi sieht sich gut aufgestellt.
© Foto: Tsurumi
Pumpenfertigung im japanischen Hauptwerk und riesige Zwischenlager: Tsurumi sieht sich gut aufgestellt.
„Der Großteil unsers Produktprogramms ist kurzfristig verfügbar“, teilte Europa-Geschäftsführer Daniel Weippert in Düsseldorf mit. Man habe derzeit keine echten Engpässe, die Lager seien gefüllt. Lediglich bei Extremwetterlagen wie Dauerregen könne es kurzzeitig zu Engpässen kommen. Die Aussage überrascht ein wenig, klagen doch einige Unternehmen über eine schwierige Liefersituation. Tatsächlich läuft bei Tsurumi aber vieles anders als bei anderen Herstellern.

Branchenüblich ist die Auftragsfertigung, mit Wochen und Monaten an Wartezeit für den Kunden. Nicht so bei Tsurumi. Die Japaner unterhalten riesige Zwischen- und Auslieferungslager. Für Europa etwa fungiert Belgien als zentrales Logistikzentrum. Hier wird der Nachschub aus Japan angelandet. Man könne eine Reichweite von über einem halben Jahr gewährleisten. Um bestmöglich für potenzielle Ausfälle gewappnet zu sein, habe man auch den Lagerbestand in Düsseldorf beträchtlich erhöht. Ein wesentlicher Teil des Sortiments kann binnen 24 Stunden zur Auslieferung gebracht werden. Selbst Großaggregate sind schon wenige Tage nach der Bestellung beim Kunden. Die Ersatzteilversorgung in der EU erfolgt zentral aus Düsseldorf.

Japan noch nicht derart betroffen

Diese Organisation spielt dem Hersteller derzeit in die Karten. Allerdings seien die Kosten gestiegen, weil die Frachtraten aufgrund knapper Transportkapazitäten höher als zuvor lägen. Tsurumi gebe diese aber nicht an den Kunden weiter, so Weippert. Die Nachschublage für die Werke sieht er nicht gefährdet. Die meisten Pumpen seien „Made in Japan“: Das Land ist bei Weitem nicht so von der Krise betroffen wie andere.

Think big, heißt es auch in der unmittelbaren Fertigung. Ein Produkt wird in großer Stückzahl mit hohem Automationsgrad hergestellt. Im japanischen Kyoto unterhält der Hersteller die weltweit größte Produktionsstätte der Branche. Finale Einzeltests sollen kleinste Rücklaufquoten garantieren. Vom effizienten Pumpenbau mit vielen Gleichteilen profitieren Anwender auch noch nach dem Kauf: Weil sie Wartungen aufgrund der Modulbauweise selbst durchführen können. Freilich: Auch Tsurumi als weltgrößter Pumpenhersteller im Bausektor ist nicht vor Stockungen gefeit, sollte sich Corona in Asien unerwartet wieder verschärfen.

https://www.tsurumi.eu/
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