BMU-Förderinitiative
Energiesparende KI gesucht

25.10.2021 Das Bundesumweltministerium hat die zweite Runde der Förderinitiative „KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen" gestartet.

Künstliche Intelligenz: Svenja Schulze sucht nach energieeffzienten KI-Lösungen.
© Foto: Andreas Lischka / Pixabay
Künstliche Intelligenz: Svenja Schulze sucht nach energieeffzienten KI-Lösungen.

Gesucht werden Projekte, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) den Klimaschutz und die Energiewende vorantreiben und die Risiken der Technologie eingrenzen. Die Projekte der KI-Förderinitiative sollen für eine klimagerechte Digitalisierung beispielgebend sein. Für die KI-Leuchttürme stehen bis zum Jahr 2025 Fördermittel in Höhe von voraussichtlich 66 Mio. Euro bereit. Projektskizzen können noch bis zum 30. November 2021 eingereicht werden.

Die amtierende Umweltministerin Svenja Schulze: „Mit einem neuen Förderaufruf möchte ich gezielt solche Projekte fördern, die Künstliche Intelligenz einsetzen, um den Ausstoß von Treibhausgasemissionen zu mindern, Ressourcen zu sparen und den hohen Energie- und Ressourcenbedarf durch KI selbst verringern.“

Die Initiative „KI-Leuchttürme“ baut auf zwei Förderschwerpunkten auf: Unter dem Schwerpunkt „KI-Innovationen für den Klimaschutz“ werden Projekte gesucht, die KI-Anwendungen entwickeln, mit denen der Ausstoß von Treibhausgasemissionen gesenkt oder vermieden werden kann. Mit dem zweiten Förderschwerpunkt „Ressourceneffiziente KI“ werden Projekte gefördert, die speziell KI-Systeme und ihre Infrastruktur energie- und ressourcenschonender gestalten. Denn auch die Entwicklung und Nutzung von KI-Anwendungen selbst benötigt viel Energie. Mit dem damit verbundenen Stromverbrauch gehen hohe Treibhausgasemissionen einher. Projekte können dazu beispielsweise KI-Verfahren optimieren, so dass weniger Daten und Berechnungen anfallen oder die KI-Hardware energieeffizienter machen.

Die KI-Leuchtturmförderung zielt auf konkrete und praxisnahe KI-Anwendungen: Um den Transfer der Forschung in die Praxis zur unterstützen, wird die Förderung insbesondere für transdisziplinäre Teams gewährt – also beispielsweise Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Vereinen, Verbänden oder Kommunen. Zudem sollen alle Projekte eine eindeutig positive Umweltbilanz vorweisen. Das bedeutet, dass die positiven Effekte der KI-Anwendung auf die Umwelt größer sind, als die Strom- und Materialverbräuche für die Entwicklung und den Einsatz des KI-Systems. Auch sollen die Projekte ethische Risiken reflektieren. Denn KI-Systeme sind anfällig für Verzerrungen (Bias), die zu Diskriminierung bestimmter Gruppen führen können. Projekte sollen ferner im Sinne des Gender Mainstreaming prüfen, ob eine Genderrelevanz vorliegt und wie dieser im Projekt begegnet wird. Als Leuchttürme für Umwelt-KI sollen die Förderprojekte ihre Ergebnisse frei zugänglich veröffentlichen, etwa den resultierenden Programmiercode, Studien oder Datensätze. So können möglichst viele dieses Handwerkszeug für KI-basierten Umweltschutz nutzen und weiterentwickeln. 

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